Interview mit Angela Vogt

Hallo Angela, bitte stell Dich kurz vor

Mein Name ist Angela Vogt. Ich bin in Köln geboren, habe aber meinen Lebensmittelpunkt mittlerweile im schönen Augsburg. Beruflich bewahre ich Unternehmen vor Schäden im Todesfall von Entscheidern.

Wo findet man Dich im Internet?

Am Besten findest Du mich aktuell bei Xing.

Wie war Dein Weg in die Selbständigkeit? Wie wurde das Thema Todesfall im Business Dein Thema?

Das Thema kam sozusagen zu mir. Ich war lange in einem Großkonzern tätig und mein damaliger Vorgesetzter verstarb. Damals wusste keiner im Unternehmen so richtig, wie wir damit umgehen sollten. Alle hingen in der Luft. Das geht an die Substanz und belastet die Menschen im Unternehmen. Ein paar Jahre später hatte ich – dann als Führungskraft – den Selbstmord eines Mitarbeiters aus dem Team zu beklagen.

So musste ich die Erlebnisse für mich verarbeiten und habe auf diese Weise den Weg eingeschlagen, andere Betroffene tatkräftig zu unterstützen.

Zu Beginn habe ich dann Betriebsräte beraten zum Thema Todesfall von Mitarbeitern.

Hast Du Tipps, wie man mit dem Tod eines Mitarbeiters umgehen kann?

Es hilft, wenn es klare Prozesse für eine solche Ausnahme-Situation im Unternehmen gibt und nicht erst lange gesucht werden muss, an welchen dringenden oder/und zeitkritischen Arbeiten der Betroffene gearbeitet hat, die jetzt ein Kollege/in übernehmen muss.

Sehr wichtig ist auch, dass sich die Führungskräfte mit dem Thema Tod im Unternehmen auseinandergesetzt haben, um die Mitarbeiter optimal unterstützen zu können.

Für das Gesamt-Unternehmen und den Umgang mit der Situation ist eine klare, offene und wertschätzende Kommunikation in alle Richtungen optimal. Das kann man aber nicht über Nacht aus dem Hut zaubern. Dafür sollte im Unternehmen Raum geschaffen werden, bevor der Ernstfall eintritt.

Mir ist ein Negativ-Beispiel bekannt, bei dem ein Mitarbeiter in eine Maschine geraten ist und jede Hilfe zu spät kam. Die Geschäftsleitung hatte dort alle Kolleg/innen angewiesen, dass über das Thema nicht gesprochen werden soll. In der Folge stieg sowohl die allgemeine Krankheitsquote um 30% als auch die Anzahl der Langzeiterkrankungen.

Es gibt aber auch sehr positive Beispiele. Nachdem ein Mitarbeiter bei einem Zeitungsverlag durch Unfalltod verstorben war, richtete die Geschäftsleitung einen Trauerraum ein und ein Seelsorger kümmerte sich temporär um die Kolleg/innen und deren Trauer-Verarbeitung. In diesem Unternehmen hatte der tragische Tod des Kollegen keine Auswirkung auf Krankheitsquote und Langzeiterkrankungen.

Du siehst: Man kann durch Vorbereitung auf den Ernstfall viel Positives für die Menschen im Unternehmen gestalten.

Führung ist ja auch ein Tätigkeitsgebiet von Dir – was machst Du da genau?

Ich helfe zum Beispiel in der Erwachsenenbildung dabei, wie man psychisch Labile führt, die niedrig-qualifiziert sind und eine geringe Problemlösungs-Kompetenz haben. Führungskräfte können hier viel positives Bewirken.

Zum Ende meiner Gespräche frage ich gerne nach, ob es einen Lieblings-Social-Mediakanal gibt – was würdest Du da aktuell nennen?

Das sind bei mir zur Zeit Xing und Facebook.

Vielen Dank für das spannende Gespräch, Angela!

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